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Die 4 Trauerphasen

Trauerphasen nach Verena Kast und Traueraufgaben nach William Worden

 

1. Phase des Nicht – Wahrhaben – Wollens / Schock / Betäubung

Zu Beginn wird der Verlust für nicht real gehalten, deshalb wirken Betroffene oft als emotionslos und starr. Sie haben das Gefühl, der Verstorbene kommt wieder zur Tür herein oder die vorhandene Krankheit haben sie nicht wirklich. Die Phase dauert Stunden bis Tage, kann jedoch auch länger dauern. Die Betroffenen klagen häufig über Gefühlstaubheit und dass sie nicht weinen können. Das liegt daran, dass noch nicht wirklich realisiert wurde, was passiert ist. Dieser Zustand herrscht aufgrund des psychischen Schocks, der als Schutzmechanismus zu bewerten ist. Würde der Betroffene vom ersten Augenblick an realisieren, was der Verlust im vollen Umfang für ihn bedeutet, würde er dies weder psychisch noch physisch verkraften können.

 

Aufgabe: Die Realität des Verlustes akzeptieren

Um die gesunde Bewältigungsarbeit voranzutreiben ist es nötig, den Verlust sowohl verstandes-, als auch gefühlsmäßig zu realisieren. Der Betroffene muss begreifen, dass der Verlust leider Realität und unumkehrbar ist.

 

Erst dann kommen Trauernde einen Schritt weiter – in die nächste Phase und zur nächsten Aufgabe.

 

 

2. Phase der aufbrechenden Emotionen

Schmerzhafte Erinnerungen und starke Trauergefühle brechen auf und werden oft als chaotisch und nicht steuerbar erlebt. Schmerz, Wut, Angst, Verzweiflung, Schuld, aber auch Dankbarkeit und Erleichterung erleben die Trauernden als wildes Wechselbad der Emotionen. Der Verstorbene und die Zeit mit ihm werden zu diesem Zeitpunkt oft idealisiert.

 

Aufgabe: Den Schmerz und andere Aspekte des Verlustes erfahren

Die unterschiedlichen Emotionen der Trauer sollen zugelassen und ausgehalten werden, um den Verlust aufarbeiten zu können. Wer diese Gefühle nicht zulässt oder mit Alkohol, Medikamente oder Arbeit/Hyperaktivität unterdrückt, blockiert den Bewältigungsprozess. Sucht und Chronifizierung von Belastungsreaktionen sowie körperliche Symptome können die Folge dessen sein.

 

 

3. Phase des Suchens und sich Trennens

Der Verstorbene wird bewusst und aktiv gesucht, wodurch immer wieder ein kleines Stück „Trennung und Abschied“ stattfindet. Dies schmerzt sehr, jedoch werden die Gefühle nicht mehr als völlig unkontrollierbar und chaotisch erlebt. Trauernde können ihre Emotionen nun besser selbst steuern (indem sie z.B. Fotos bewusst hervorholen und betrachten). In dieser Phase wird besonders intensiv geträumt. Viele Angehörige berichten, dass der Verstorbene im Traum erscheint, ihnen mitteilt, dass es ihm gut geht und sich dann verabschiedet. Diese Träume werden als schön und beruhigend beschrieben. Sie können als tiefe Sehnsucht gesehen werden, den Verstorbenen noch einmal zu sehen. Gleichzeitig findet noch einmal ein bewusstes Stück Abschied statt.

Das Chaos von wechselnden Gefühlen flaut in dieser Phase ab. Erinnerungen sowie Gedanken kreisen um den Verlust und das Grundgefühl ähnelt einer depressiven Verstimmung. Das alte Leben wird versucht als abgeschlossen zu sehen, der Verlust wird schweren Herzens akzeptiert und das Bild des Verstorbenen wird allmählich wieder differenzierter.

 

Aufgabe: Die Anpassung an eine Umgebung, in der der Verstorbene fehlt

Es wird bewusst welche Rollen und Funktionen der Verstorbene im Leben des Hinterbliebenen innehatte. Der Hinterbliebene muss nun diese Lücken füllen und auch mit offenen Stellen leben lernen, Dies kann dazu führen, dass er eine neue Fertigkeit erwerben muss, die vorher in das Aufgabengebiet des nun Verstorbenen gefallen sind.

 

 

4. Phase des neuen Selbst- und Weltbezugs

Der Trauernde wendet sich langsam wieder der Welt zu und orientiert sich neu. Er hat wieder Energie für positive und zukunftsorientierte Aktivitäten. Zu bestimmten Zeiten (Weihnachten, Geburtstag, Hochzeitstag, Todestag etc.) sind Rückfälle in die früheren Phasen allerdings normal.

 

Aufgabe: Für die tote Person einen Platz finden, der es erlaubt, sich an diese zu erinnern

Gut bewältigte Trauerarbeit bedeutet nicht, dass der Verstorbene „vergessen“ wird. Es geht vielmehr darum, die Beziehung zum Verstorbenen in eine Erinnerungsbeziehung umzuwandeln. Die Erinnerungen können auch schmerzen, ohne dass man von pathologischer Trauer sprechen muss. Es wird jedoch immer mehr möglich, sich vor allem an Schönes zu erinnern.

Die einzelnen Phasen können unterschiedlich lange dauern und müssen auch nicht in der obigen Abfolge durchlebt werden. Es handelt sich dabei viel mehr um unterschiedliche Zustände, die gerade am Beginn der Trauer sehr schnell gewechselt werden können. Oftmals wechseln Trauernde von Phase 3 zurück nach Phase 2, da dort eine Aufgabe erst ein Stück weit – im bewältigbaren Ausmaß – erledigt wurde. Wenn der Trauernde bei Phase 4 angekommen ist, wird es im Jahr immer wieder sensible Tage geben, an denen die Trauer wieder verstärkt verspürt wird.

Die Länge und Intensität der Trauerarbeit ist auch abhängig von der Art des Verlustes. Dass die Trauer nach 12 Monaten bewältigt sein soll und alles darüber hinaus pathologisch ist, hat sich mittlerweile als falsch erwiesen. Die Trauerarbeit dauert in den meisten Fällen länger und ist immer als ein individueller Prozess zu sehen.

 

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